Exkursionen, Impressionen & Recherche

 

Über die Exkursionen, Impressionen und Recherche des "Außendienstes" handelt dieser Bericht als Bestandteil der Homepage des T3 Club Ostheide.

Der 3. Oktober hatte für mich Tradition! In der Nachfolge des 17. Juni als Tag der Deutschen Einheit begab ich mich alljährlich auf eine Exkursion. Der Tag der Deutschen Einheit des Jahres 1997 legte den Grundstein für die in der Folge recht umfangreichen Recherche bei Museen und Museumsbahnen. Nachdem die bei mir vorhandene Literatur gesichtet wurde führte mich mein Weg zum Eisenbahnmuseum der "Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte" (DGEG) in Neustadt an der Weinstraße.

Wenn der Weg zum Ziel wird! Für einen eingefleischten Eisenbahnfan ist allein die Tatsache im Zug zu sitzen schon die halbe Miete. Trotz früher Stunde, ich mußte um 5.00 Uhr aus den Federn, machte ich mich voll frohen Mutes und seltsam aufgeregt auf den Weg. InterRegio 2081 fuhr pünktlich 6.23 Uhr in Uelzen ein und brachte mich nach Hannover Hbf. Von dort führte mich mein Weg mit InterCityExpress 791 "Hohenstaufen" nach Mannheim. Im Zug kam ich mit einem Mitreisenden ins Gespräch. Dieser war ebenfalls Hobby-Eisenbahner und berichtete von preußischen T3 in Polen. Seine Informationen hatte er aus einer Folge der Fernsehsendung "Eisenbahn Romantik" des Süddeutschen Rundfunks. Mal sehen, vielleicht gehe ich dieser Tatsache ein andermal nach. In Mannheim bestieg ich wiederum einen InterRegio. IR 2364 "Hambacher Schloß" lieferte mich pünktlich um 11.09 Uhr im Hauptbahnhof von Neustadt an der Weinstraße ab. Obwohl ich mein eigentliches Ziel, das Museum der "Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte" (DGEG) sofort entdeckte, war ich zunächst etwas erschrocken. Ein als Halle genutzter ehemaliger Lokschuppen verbarg offensichtlich die von mir als Fotoobjekt auserkorenen Exponate. Dabei hatte ich vorher extra angerufen, ob die T3 auch zum Foto bereit steht. Bedingt durch einen leichten Lagerschaden würde sie nicht den Museumszug führen, sondern im Museum verweilen lautete die Auskunft. Und nun, auf den ersten Blick, lugt eine 193 halb aus dem Schuppen. Sollte es mir mit der T3 ähnlich ergehen?

Aber, auf dem Fußweg zum Museum werde ich beim Gang über die Eisenbahnbrücke schnell beruhigt. Sie steht draußen und ist frei zugänglich. Schnellen Schrittes absolviere ich die restliche Wegstrecke, löse eine Eintrittskarte und gebe mich zunächst ganz dem Objekt meiner Begierde hin. Ein tolles Gefühl beschleicht mich bei der Auswahl der korrekten Fotostandpunkte. Besonders Glücklich ist der Umstand, daß ich nicht erst am morgigen Samstag das Museum besuche. Bedingt durch einige Veranstaltungen sei mit einem großen Besucherandrang zu rechen bestätigt mir ein freiwilliger Helfer. Ordentliche Fotos sind da kaum zu machen. So ist es möglich, die Fotos in aller Ruhe zu schießen. Eine kleine Auswahl findet sich auf dieser Homepage.

Bei der T3 handelt es sich um die 1894 bei Hohenzollern gebaute und 1910 bei Henschel & Sohn in Kassel mit der Seriennummer 10037 neu bekesselte "Altona 6158" der "Königlich preußischen Eisenbahnverwaltung" (K.P.E.V.). Ihre heutige Baureihenbezeichnung 81 7159 erhielt sie von der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (DGEG). Nach der Restaurierung 1910 wurde unsere T3 als Werklok an die Eisenindustrie zu Menden & Schwerte geliefert und erhielt dort die Betriebsnummer 9. Seitdem war sie nicht mehr im "Staatsdienst" anzutreffen. Zur DGEG kam 89 7159 im Jahre 1971 nachdem sie durch den Lokführer Gerhard Moll (DGEG Mitglied) 1968 erworben und in seinem Heimatort Erndtebrück in Eigeniniative betriebsfähig aufgearbeitet wurde. Zu ihren Aufgaben gehört seit 1982 die Bespannung des Museumszuges "Kuckucksbähnel" der "Kuckucksbähnel Bahnbetriebs GmbH" auf der Strecke Neustadt / Weinstraße - Lambrecht - Elmstein.

Sehr zufrieden mit meinen Eindrücken und der Fotoausbeute widmete ich mich den weiteren Exponaten und dem Museumsshop. Nach einer Übernachtung in Mannheim habe ich auf dem Rückweg Zeit das gesehene zu überdenken und Pläne für folgende Exkursionen zu schmieden.

Die nächsten Monate standen ganz im Zeichen der Recherche. Galt es doch zunächst, aus der Literatur den Verbleib so mancher T3 zu klären. Logisch, daß zunächst in der näheren Umgebung, also in Norddeutschland geforscht wurde. Ein Besuch in Lübeck erwies sich zunächst als Flop. Von einer T3 bei der BSW-Gruppe wußte niemand etwas. Hier gilt es nachzufassen.

Ebenso enttäuschend verlief der 07. Juni 1998. Bei der Arbeitsgemeinschaft Geesthachter Eisenbahn e.V. (GE) sollte sich ebenfalls eine T3 befinden. Nun, daß es sich um einen Nachbau handelte ließ sich verkraften. Schade ist es, daß die Lok derzeit nicht rollfähig zur Aufarbeitung in der Halle steht. Einige Schnappschüsse zeugen vom derzeitigen Zustand der Lok. Die bei der GE als Lok 1 eingestellte Maschine wurde 1918 von Henschel & Sohn mit der Fabrik-Nr. 13075 gebaut. Bis 1967 war sie beim Eschweiler Bergwerksverein mit der Nummer 5 im Einsatz. Nach der "Degradierung" zur Reservelok erhielt sie die Nummer 1. Die GE erwarb den Dreikuppler am 01. September 1976. Die Überführung erfolgte per Straßenroller. Nach der technischen Abnahme am 06. Dezember 1977 und entsprechenden Probefahrten kam sie am 17. Dezember 1977 zu ihrem ersten Einsatz. Von einem freiwilligen Helfer erfuhr ich, daß mit einer baldigen Aufarbeitung zu rechnen ist. Nur unter Zeitdruck werde man sich nicht setzen lassen, da eine weitere Maschinen für die Museumsfahrten zur Verfügung steht. Selbstverständlich bleibe ich am Ball und werde das Fotoarchiv zu gegebener Zeit ergänzen.

Erfolgreicher stellte sich die Exkursion im August 1998 dar. Zwar entpuppte sich die Magdeburger T3 als "Sachse" und die gerade vom Seepark Kirchheim/Hessen nach Finsterwalde überführte 89 7531 stand noch etwas "überarbeitungsbedürftig" im Schuppen aber: Im Kölner Zoo fand ich die 89 7462 in einem überraschend guten Zustand. Hier kümmert man sich also auch um "Dinosaurier". Die Lok Nr. 4 - Nordhorn der Bentheimer Eisenbahn AG steht als Denkmal vor dem Bahnhof Nordhorn und entpuppte sich als "Fälschung". Wohl nicht sehr kundige Hobbyeisenbahner - oder war es gar die Bahn selbst - bauten kurzerhand eine Schmalspurlok zu einer T3 um. Vom Rost angefressen und von Büschen überwuchert hofft sie auf bessere Tage. Die hat die 89 7538 in Emmmerthal-Lüntorf in greifbarer Nähe. Eine Privatperson hat sich ihrer angenommen und den Aufbau schon beachtlich vorangetrieben.

Wiederum der 03. Oktober führte mich zu einer preußischen T3. Diesmal im Jahr 1998 war es die 89 7005 des Fördervereins Wupperschiene in Dahlhausen an der Wupper. Leider hat sich der sehr rege Verein den Erhalt von Diesellokomotiven auf die Fahnen geschrieben. Der Zustand der DB Leihgabe ist daher nicht sehr erfreulich. In einem kurzen Gespräch mit einem Vereinsmitglied erfuhr ich, daß man den preußischen Dreikuppler sehr gerne gegen eine Stangen-Diesellok tauschen würde. Vielleicht läßt sich da ja etwas machen.

Bereits im Sommer 1998 hatte ich die Arbeitsgemeinschaft Historische Eisenbahn (AHE) in Almstedt-Segeste besucht. Leider war die Lok AHE 16 nicht zugänglich. Anders am 17. Oktober 1998. An diesem Tag konnte ich nicht nur die Lok AHE 16 fotografieren, sondern gewann zudem einen Einblick in die Aktivitäten des Vereins. Ferner bestand die Möglichkeit auf dem Führerstand der Lok ein kurzes Stück zu reisen.

Einen Hinweis aus dem Eisenbahn Magazin folgend besuchte ich am 04. März 1999 die 89 7296 im Brandenburgischen Museum für Klein- und Privatbahnen. Die Lok wurde kürzlich von einem Spielplatz in Bayreuth gerettet und befindet sich, abgesehen von der heute leider üblichen Graffiti, in einem besseren Zustand als die Kölner Spielplatzlok. Nach der vom jetzigen Besitzer geplanten äußerlichen Aufarbeitung werde ich die Fotosammlung ergänzen. Dann wird das Museum aber zu den Öffnungszeiten besucht und nicht "illegal" wie diesmal. Um mein Gewissen zu beruhigen habe ich, nachdem ich den Zaun überstiegen hatte, einen Zehner nebst Visitenkarte in den Postkasten geworfen!

Am 27. April 2000 führte mich mein Weg erneut nach Emmmerthal-Lüntorf zur 89 7538. Offensichtlich macht der Aufbau der Lok doch recht viel Mühe. Große Unterschiede zu meinem ersten Besuch waren nicht zu erkennen. Nur am Führerhaus und Schornstein wurde gearbeitet.

Nach einigen Jahren Pause machte ich mich am 13. Juli 2002 erneut auf den Weg zu einer T3. Angeregt durch Sonderheft und Video zum 100sten Geburtstag des "Dresdener Dreirades" war diesmal 89 6009 mein Ziel. Nach vorherigem eMail war klar: "Die Lok steht an diesem Tag im historischen BW Dresden-Altstadt"! Zusammen mit einigen "großen Schwestern" präsentierte sich die einzige erhaltene Schlepptender T3 im Ringlokschuppen. Klar, das nächste Mal wird sie auf der Strecke abgelichtet.

Am 20. Juli 2002 war "Schuppentag"! Die Lok 1 der Arbeitsgemeinschaft Geesthachter Eisenbahn e.V. (GE) hatte seit meinem letzten Besuch erfreuliche Fortschritte bei der betriebsfähigen Aufarbeitung gemacht. Leider konnte ich die "Bismarck" nicht wie gewünscht ablichten - sie stand im recht engen Lokschuppen und wollte sich "nicht ins Bild setzen lassen"!

Etwas besser war da P.K. 3 der Freunde der Eisenbahn (FDE) postiert. Im Lokschuppen des Verein Verkehrsamateure und Museumsbahn e.V. (VVM) in Aumühle war es zwar auch eng, aber die Fotos gelangen einigermaßen. Die Lok befindet sich in recht guten Zustand und soll äußerlich aufgearbeitet werden.

Zum Dresdener Dampflokfest zu gehen ohne auch 89 6009 erneut zu besuchen war schlechterdings unmöglich. Leider spielte am 21. Mai 2004 das Wetter nicht so recht mit, so daß die Fotoausbeute etwas gelitten hat. Egal: "Nur ein weiterer Grund den Besuch 2005 zu wiederholen!" 

Die Suche nach einen GDT der Osthannoverschen Eisenbahnen führte mich am 05. Juli 2004 eher zufällig zu den Museumsbahnern an den Schönberger Strand. Die Lok Nummer 3 ein T3 Nachbau vom Typ Thüringen stand in einer Reihe mit zwei Dieselloks und war ohne Beschilderung abgestellt. Wie so oft ist wohl auch hier ein zweiter Besuch angesagt. Nicht zuletzt auch da die Maschine noch im Museumszug-Einsatz steht.

Wiederum nur der Zufall erlaubte mir am 04. September 2004 einen Blick auf die mir noch nicht bekannte 89 6236. Die Lok stand vor einer Garnitur historischer Wagen im Hafen von Magdeburg. Offensichtlich handelt es sich bei der Lok um einen T3 Nachbau der Bauart Thüringen.

Der 08. Oktober 2005 war der "Tag der zerlegten Loks"! In Almstedt-Segeste hoffen die Eisenbahnfreunde von der AHE das Lok 16 bereits 2006 wieder unter Dampf gesetzt werden kann. Beim VBV in Braunschweig hingegen wird es noch etwas länger dauern ehe Lok 2b wieder unter Dampf gesetzt werden kann.

Eine Dienstreise führte mich im Oktober 2005 wieder einmal nach Stuttgart. Glücklicherweise hatte mein Arbeitgeber ein Wochenende mit in seine Planungen einbezogen und sogar am Samstag, den 15. Oktober 2005 den Nachmittag zeitweise zur freien Verfügung gelassen. Was lag näher als ein kurzer Abstecher ins Süddeutsche Eisenbahnmuseum - SEH. Dort traf ich dann nach einigem suchen auf 89 7531. Das gute Stück hatte sich in der Wagenhalle zwischen dem Northlander und einer roten 150er versteckt.

Am 01. Juli 2006 führte mich mein Weg erneut nach Braunschweig. Zunächst hatte ich die T3 nicht auf dem Plan, mein Ziel waren ehemalige OHE Fahrzeuge. Um so größer war die Überraschung als ich sah, wie weit die Arbeiten an der inzwischen VBV 107 "Oschersleben" getauften Maschine schon gediehen waren.

Obwohl der Wetterbericht eindringlich vor einem Besuch von Freilichtmuseen warnte, riskierte ich am 22. August 2006 eine Fahrt nach Gramzow ins dortige "Brandenburgische Museum für Klein- und Privatbahnen" um ein zweites Mal nach 89 7296 zu schauen. Bei leidlichem Wetter konnte ich mich vom Zustand der Lok überzeugen und einige Fotos schießen. Auf der Rückfahrt machte ich dann noch in Berlin, im Deutschen Technik Museum Station und fand in der wirklich schönen Ausstellung die Werklok Nummer 1 der Berliner GASAG .

Auch mein zweiter Besuch bei den Museumsbahnern des VVM am Schönberger Strand galt nicht ausschließlich der Lok 3. Vielmehr war ich auf der Suche nach Wagen der OHE und der LSE. Das die Thüringen an diesem Tag dampfte war natürlich das "Sahnehäubchen" auf einen gelungenen Tag.

Bei herrlichem Wetter machte ich mich am 24. September 2006 auf den Weg nach Almstedt um die frisch untersuche Lok 16 "Schunter" der AHE einer ausgiebigen "Inspektion" zu unterziehen. Ich bleibe dabei: "Für mich ist sie die schönste aller erhaltenen Maschinen!" Vielleicht hat der rührige Verein jetzt nach dem Kauf weiterer Anlagen die Chance zukünftig auch Streckenfahrten anzubieten.

Der Tag der deutschen Einheit des Jahres 2006 führt mich nach Aumühle. Die P.K. 3 des VVM war nach vier Jahren Pause einmal wieder dran!

Am ersten Kinder- und Museumstag des Vereins Braunschweiger Verkehrsfreunde -VBV- am 28. April 2007 war auf dem Gelände an der Borsigstraße nicht viel Betrieb. So konnte ich mich ungehindert der "Oschersleben" widmen.

Der Wetterbericht versprach für den 04. Oktober 2009 einige Stunden Sonne - also auf nach Almstedt. Die "Schunter" dampfte unentwegt zwischen Bf, Grillplatz und BÜ hin und her und sorgte somit für eine reichliche Fotoausbeute.

Weitere vier Jahre später, am 04. August 2013, führte mich mein Weg erneut nach Almstedt-Segeste. Lok "Nr. 16" war wieder unermüdlich zwischen den bekannten Endpunkten unterwegs. Der am Nachmittag geplante Besuch bei der VBV "Oschersleben" scheiterte leider an, aus Sicherheitsüberlegungen, verschlossenen Schuppentoren.

(wird fortgesetzt, Stand: 04. August 2013)


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